PilzBlog2019

14.04.19

5 Grad und Nieselregen, dies hielt uns heute nicht ab, unseren Auftakt ins Pilzjahr offiziell zu begehen. So führten uns heute die Wege ans westliche Ufer des Schweriner Sees, um hier nach der Delikatesse des Frühlings- und der Auwälder zu suchen, den Morcheln.

Schon auf dem Weg zu den "Hot Spots" sahen wir eindeutige Zeigerpflanzen, die charakteristisch für das Biotop der Morchel ist. Der Gewöhnliche Schuppenwurz stand heute sehr häufig zwischen den Haselnusssträucher und Buchen, meist direkt am Ufer. Diese chlorophylllose Pflanze parasitiert auf diesen Bäumen und Sträucher.  Auch Aronstab und Einbeere, waren eindeutige Indikatoren. Zum Glück zeigte  sich nach einiger Sucherei auch die erste "Albi-Morchel". Klein, graubraun gefärbt unter Giersch, perfekte Bedingungen um übersehen zu werden und genau das war auch heute wieder der Fall. Die Morcheln wurden erst auf dem Rückweg oder nach längerem studieren einzelner Stellen gefunden. Am Ende der Wanderung waren es ganze .... 4... naja nicht jedes Jahr ist ein Morcheljahr.

Zum Schluss wurde ausgiebig gepicknickt, mit vielen Leckereien vom Grill, frisch gebackenes Bärlauchbrot und als Desert, eine luftige Mousse au Chocolat.

 



17.03.19

Es sollte nur ein kurzer Abstecher sein, da wir eigentlich zum Bärlauch sammeln fahren wollten. Am Westufer des Ratzeburger Sees wurden wir dann von prächtigen purpurroten leuchtenden Bechern überrascht. Teilweise bis 10cm groß, wachsen diese Prachtbecherlinge auf abgestorbenem bzw totem vergrabenem Holz, in diesem Fall war es Holz von der Erle (Alnus)

Es gibt 4-5 Arten die ohne Mikroskop nicht auseinander zu halten sind.Beeindruckend waren denn erst die Mikroskopischen Merkmale. 

  • Ascus 390-420 x 14-17 µm, achtsporig
  • Ascusspitze in Lugol negativ
  • Paraphysen filiform, apical leicht keulig verdickt, mit granulären Carotinoide, verfärben sich in Lugol grünlich 
  • Sporen hyalin, elipsoid, an beiden Enden deutlich abgeplattet
  • 28x12µm
  • viele unregelmäßigen Öltröpfen 
  • korkenzieherartigen Haare an der Aussenseite

-> Österreichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) 

 

 

Diese Pilze treten nach der Schneeschmelze auf und sind recht selten.




06.01.19

"Gehen sie eigentlich auch nur mal so spazieren?" Diese Frage hören wir immer wieder mal. Eindeutige Antwort: Nein..

So wie an diesem grauen Tag. Wir wollten heute einen kleinen Strandspaziergang machen, um den Weihnachtsstress hinter uns zu lassen.

Aber kaum am Strand angekommen, blitze an einer alten Wurzel, welche vom Steilufer gerutscht war, kleine orange Knöpfe. Es war natürlich klar, in dieser Jahreszeit und der Farbe, kann es sich nur um Samtfuß Rüblinge (auch Winterpilze genannt) handeln.

Typisch der schwarze feinsamtige Stiel und schleimige oranger Hut. Eine äußerst delikate Winterpilzsuppe lässt sich hieraus zaubern.

Na, wenn das mal kein gutes Zeichen für das Pilzjahr 2019 ist?!